EU-Projekt liefert Praxisressourcen für ESG in ländlichen KMU
ESG steht für Environmental, Social and Governance – auf Deutsch Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Gemeint sind Kriterien, mit denen Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsleistung systematisch erfassen, steuern und weiterentwickeln können: von Energie- und Ressourceneffizienz (E) über Arbeitsbedingungen und Verantwortung in der Lieferkette (S) bis hin zu Compliance, Transparenz und Risikomanagement (G). Dahinter stehen ganz konkrete Fragen: Wie effizient nutzt ein Betrieb Energie und Ressourcen? Wie werden Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit gestaltet? Welche Regeln sichern Transparenz, Compliance und verlässliche Entscheidungsprozesse?
ESG-Anforderungen sind in EU- und nationale Rahmenwerke eingebettet, darunter EU-Taxonomie, CSRD und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Was lange vor allem große Unternehmen betraf, wird zunehmend auch für KMU relevant – unter anderem durch Anforderungen von Kunden, Finanzierern oder entlang der Lieferkette. Neben der Einhaltung von Vorgaben kann eine strukturierte ESG-Ausrichtung handfeste Vorteile bringen: bessere Voraussetzungen für Finanzierungen, stärkere Marktpositionierung, mehr Vertrauen bei Kunden und Mitarbeitenden sowie Effizienzgewinne – etwa durch Energieeinsparungen und geringeren Ressourceneinsatz.
Genau hier setzt das Erasmus+-Projekt ESG4SMEs („ESG Managers for the development and ESG transformation of Rural SMEs“) an. Ein Konsortium aus sieben Partnern aus Deutschland, Italien, Slowenien, Griechenland und Zypern entwickelt praxisnahe Ressourcen, die insbesondere ländliche KMU im Agri-Food-Bereich bei der ESG-Transformation unterstützen. Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Union finanziert. Teil des Projektkonsortiums ist auch die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH (WESt).
Projektziele und Schwerpunkte
Im Projekt wird ein Berufsprofil für einen ESG-Manager in ländlichen KMU entwickelt, der Unternehmen dabei unterstützt, Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte systematisch in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. In der ersten Projektphase wurde der Status quo zur Nachhaltigkeit in Agri-Food-Betrieben der Partnerländer erhoben. Darauf aufbauend sind mehrere Ressourcen entstanden, die online kostenfrei abrufbar sind. Dazu zählen ein Profil des ESG-Managers für ländliche KMU (Rollenbild, Aufgaben und Kompetenzfelder) sowie ein ESG-Curriculum als Grundlage für Qualifizierungsangebote.
Ein zentraler Baustein im Projekt ist der Weiterbildungskurs, der in sechs Modulen von den Grundlagen bis zur praktischen Umsetzung führt: ESG-Einordnung im ländlichen Kontext, Auswahl und Auswertung relevanter ESG-Kennzahlen, operative Umsetzung einer ESG-Strategie, Monitoring und Berichterstattung sowie strategische Verankerung und Anpassung an lokale Rahmenbedingungen. Ergänzend wurde ein webbasiertes Simulationsspiel entwickelt, das Nachhaltigkeitsverantwortlichen beispielhafte Aufgaben aus dem betrieblichen Alltag bietet und so ESG-Kompetenzen praxisnah und interaktiv trainiert.
Weitere Informationen und Kontakt
Wer sich für ESG4SMEs interessiert und erfahren möchte, wie Kurs und Lernspiel im eigenen Unternehmen genutzt werden können, kann direkt Kontakt zu den Projektverantwortlichen aufnehmen. Zudem laden die Projektpartner am Donnerstag, 23. April 2026, nach Steinfurt an den Technologiecampus der FH Münster zu einer Informationsveranstaltung mit Impulsen sowie Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten für Nachhaltigkeitsverantwortliche ein.
Ansprechpartnerin
Varvara Leinz
Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH (WESt)
Tel.: 02551/69-2785
E-Mail: varvara.leinz@westmbh.de
Weitere Infos zum Projekt: www.esg4smes.eu
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