#Chefsache Robotik bei der Conditorei Coppenrath & Wiese
#Chefsache: Von der klassischen zur modernen Robotik
Informationen, Einblicke und Austausch bei der Conditorei Coppenrath & Wiese KG
Robotiktechnologien und autonome Systeme bieten der Industrie enormes Potential zur Steigerung von Qualität, Flexibilität und Effizienz in Produktionsanlagen und Dienstleistungssystemen. Welche praktischen Anwendungen gibt es heute für moderne Roboter in verschiedenen Branchen? Dies war Thema der #Chefsache-Veranstaltung am 29. November bei der Conditorei Coppenrath & Wiese KG in Mettingen.
Dirty – Dull – Dangerous – das sind die typischen Aufgaben-Charakteristika für den Einsatz von Robotik. Die beiden Referenten Prof. Dr. Sven Bodenburg und Prof. Dr. Tatsiana Malechka von der FH Münster gaben einen umfassenden Überblick über die rasante Entwicklung im Bereich Robotik bis zum „State of the Art“ heute. Die klassische Industrierobotik ist dadurch gegenzeichnet, dass Roboter schnell und hochpräzise arbeiten – so lange ihr Arbeitsbereich sich nicht verändert. Hier setzt die moderne Robotik an: Mit Hilfe intelligenter Sensoren und mit modernen Algorithmen kann nun auf eine sich verändernde Umwelt reagiert werden. Auch zukünftige Trends wie Mapless Navigation basierend auf Deep Learning und Reinforcement Learning stellten sie vor. Mitgebracht hatten die beiden Professoren einen FH-eigenen Roboterarm verbunden mit dem Hinweis, dass das Labor für Robotik und Regelungstechnik sowie das Labor für Autonome Systeme auch von Unternehmen genutzt werden könne und man sich bei speziellen Fragestellungen gerne an die FH Münster wenden könne.
Sehr beeindruckend waren die Einblicke in die Praxis, vorgestellt von dem Leiter Engineering Andreas Beckmann. Das Ingenieurteam der Conditorei Coppenrath & Wiese verantwortet die gesamte Prozessentwicklung, Programmierung und Inbetriebnahme von Robotikanwendungen im eigenen Hause. Dieses bringe in Summe viele Vorteile mit sich. So haben die Mitarbeitenden neben ihrem Fachwissen auch ein sehr gutes Wissen zu den Abläufen von der Rohwarenannahme bis zur Verladung der Fertigware. Diese Kompetenzen machen es möglich, die eigenen Prozesse ständig zu verbessern und auch große Investitionsprojekte intern zu planen und zu managen.
Diese Haltung im Hause C&W zeigte sich bereits seit der Gründung Mitte der 70er Jahre, denn schon damals wurden viele Ideen zur Prozessgestaltung und Automatisierung intern entwickelt. Heute gehören rund 120 Mitarbeitende aus verschiedenen Fachbereichen zum Bereich Engineering. Die Tageskapazität der 30 Produktionslinien umfasst u.a. 260.000 Torten, 700.000 Blechkuchen, viele Tausend weitere süße Teilchen sowie 4,5 Mio. Brötchen. Zu den zahlreichen Produktionsanlagen gehören Tanka-Anlagen, Mischer und Kneter, Flexpicker, Apfelschäl- und verschiedene Dosieranlagen, Regalbediengeräte, Industrieroboter u.v.m.
Dennoch gebe es auch Grenzen der Robotik, erläuterte Andreas Beckmann, so dass beispielsweise bei feinmotorischen Aufgaben, bei denen gleichzeitig eine Qualitätskontrolle der Prozessschritte erfolgt, Handarbeit kaum ersetzbar ist. Auch Anwendungen, die mal nicht gut funktioniert haben, wurden in der Veranstaltung thematisiert.
Die Teilnehmenden nutzten die verbleibende Zeit für Fragen und Austausch. „Kontaktieren Sie uns gerne bei Ihren Vorhaben in Bereichen Innovation / Digitalisierung“, so WESt-Geschäftsführer Christian Holterhues. „In vielen Fällen gibt es geeignete Förderprogramme. Die WESt steht Ihnen als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung und ebenso die Initiative TRAIN, wenn es um Kooperationen mit der FH geht.“
#Chefsache ist eine gemeinsame Veranstaltung von WESt und der Initiative TRAIN. „Ideen für den Erfolg von morgen“ lautet das Prinzip. Ziel ist es, unternehmensrelevante (Zukunfts-)Themen in den Fokus zu rücken und darüber gemeinsam in den Austausch zu kommen.

Reger Austausch mit den Professoren Dr. Sven Bodenburg (2.v.r.) und Dr. Tatsiana Malechka (3.v.r.), beide FH Münster
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