Krisenfrühwarnsystem für Unternehmen entwickeln – 32. Unternehmerfrühstück der WESt und der IHK bei NOSTA Logistics GmbH
„Wir befinden uns nach wie vor in einer Zeit des Umbruchs. Ein Ende ist nicht in Sicht. Kontinuierliche Veränderung und Wandel sind vielmehr die neue Normalität“, konstatierte Landrat Dr. Martin Sommer in seiner Begrüßung vor rund 30 Teilnehmenden aus Wirtschaft und Politik. Die weltweiten Ereignisse der vergangenen Jahre und ihre Folgen seien in ihren Ausmaßen häufig nicht abzuschätzen gewesen. Aufgrund der globalen Verflechtungen, in denen man heute lebe, seien sie auch im Kreis Steinfurt nach wir vor spürbar, fuhr er fort. In Zukunft werde es daher „immer wichtiger, Handlungsansätze für mehr wirtschaftliche Resilienz zu entwickeln und umzusetzen, um unsere Region zukunftssicher, das heißt anpassungsfähiger, flexibler und widerstandsfähiger zu machen“. Der Kreis werde Wirtschaft und Unternehmen dabei unterstützen: „Ende 2022 sind wir als Modellregion für das Bundes-Projekt „WiReSt“ – kurz für „Wirtschaftliche Resilienz im Kreis Steinfurt“ ausgewählt worden. Die WESt beschäftigt sich nun gemeinsam mit der FH Münster damit, eine Art Krisen-Frühwarnsystem für Unternehmen zu schaffen und Unterstützungsangebote zu etablieren.“
Auch für Gustav Deiters hatte das Thema hohe Relevanz. Keine Panikmache, aber Realismus sei es, sich nach rund 15 wirtschaftlich sehr guten Jahren jetzt auf unruhigere Zeiten vorzubereiten. „Wir müssen gemeinsam Konzepte entwickeln, damit wir robuster werden und die bestehenden Abhängigkeiten dabei neu bewerten“, betonte er nicht nur in seiner Funktion als langjähriger IHK-Regionalausschussvorsitzender, sondern auch aus der Perspektive als Unternehmer.
Neben dem Konjunkturrisiko Nummer 1, den Energie- und Rohstoffpreisen, bliebe das Konjunkturrisiko Nummer 2, der Mangel an Fach- und Arbeitskräften vorherrschend. Daher verstärke die IHK Nord Westfalen ihre Maßnahmen, mehr junge Leute für eine Ausbildung zu begeistern und ihren Anteil an den Jahrgängen der Schulabgänger weiter zu steigern mit der Beteiligung an der Ausbildungskampagne „Jetzt#könnenlernen“. Die bundesweite Kampagne setzt dabei auf Influencer auf TikTok, die über ihre Erfahrungen während der Ausbildung berichten, Tipps für den Berufseinstieg geben und aus ihrem Azubi-Leben erzählen.
Der Fachkräftemangel ist ein Thema, das auch das Logistikunternehmen NOSTA Logistics GmbH beschäftigt. Beim Rundgang mit Sven Hornig, Chief Sales Officer, NOSTA Logistics GmbH, und Andreas Wolke-Hanenkamp, COO Road & Rail, NOSTA Holding GmbH erhielten die Teilnehmenden vielfältige Einblicke in das Unternehmen, das in diesem Jahr sein 45-jähriges Bestehen feiert, und die Logistikbranche insgesamt. Rund 130 Mitarbeitende sind in Ladbergen, dem Sitz der zentralen Verwaltung und inzwischen Herzstück des internationalen Unternehmens beschäftigt – 75 davon in der Logistik. Sie bewegen in drei Schichten die auf 25.000 Quadratmetern Fläche gelagerten Waren. 30000 Paletten-Stellplätze auf bis zu zwölf Meter hohen Regalen hält NOSTA hier für die Produkte von sieben Kunden vor. Bis zu hundert LKW verlassen täglich die Lager in Ladbergen, einem von zwölf Logistik-Standorten in Deutschland und 40 weltweit.
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