#Chefsache: Wärmepumpentechnik in Industrieunternehmen

veröffentlicht am 1. Juli, 2024
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Die Mischung macht‘s

Wärmepumpen als ein Baustein der Energiewende

Viel, sehr viel Energie wird Tag für Tag vergeudet. Energie, die sinnvoll weiterverwendet werden könnte, beispielsweise mittels Wärmepumpen.

Die Referenten Prof. Dr. Bernd Boiting (r) und Thomas Hülsdau (3.v.r.) mit Christian Holterhues (WESt) und Stefan Adam (TRAIN)

Im Rahmen der #Chefsache-Veranstaltung „Wärmepumpentechnik in Industrieunternehmen“ am 28.06.2024 an der FH Münster gab es zu diesem Themenfeld viel Informatives und wertvolle Impulse aus Wissenschaft und Wirtschaft. 35 Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedensten Unternehmen im Kreis Steinfurt waren dabei und nutzten sehr rege die Gelegenheit für Fragen an die Referenten und den Austausch untereinander. 

 

Prof. Dr. Bernd Boiting vom Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt der FH Münster gab einen Überblick über Funktionsweise, Einsatzbereiche und Potentiale von Großwärmepumpen bis hin zur Kombination der Technik mit Blockheizkraftwerken mit thermischer Energiespeicherung. Ebenso ging er auf weitere Optimierungsstrategien zur Energieeffizienz ein durch verbesserte Prozesse oder durch die Integration intelligenter Regelungstechnik beispielsweise via LoRaWan. „Wärmepumpen können in der Industrie und in Nicht-Wohngebäuden äußerst gewinnbringend eingesetzt werden, sie sind umweltschonend und zukunftssicher. Die Wärme-/Kältetechnik ist dabei aber nur ein Baustein von vielen, die Technologie muss gekoppelt werden mit anderen Techniken zur Energieeinsparung – so wie es im jeweiligen Unternehmen angebracht ist“, betonte der Experte.

Thomas Hülsdau, Sustainability Manager bei Hengst Filtration Münster, berichtete anschließend über die Herangehensweise und die Entwicklung eines nachhaltigen Transformationskonzeptes für die Hengst Standorte Münster und Nordwalde. Einleitend erklärt er: „Das „Weg vom Erdgas“ entspricht dem Selbstverständnis von Eigentümern und Management der Hengst Gruppe, auch Kundenanforderungen tragen dazu bei, die Thematik mit Nachdruck voranzutreiben“.

Das Unternehmen möchte Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger durch eigene Anlagen und Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 auf Null reduzieren und 100 % des elektrischen Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen. Bisher wird im wesentlichen Erdgas zur Beheizung von Produktions- und Lagerhallten/Büros sowie in diversen Fertigungsprozessen eingesetzt. Diese Verbrennungsprozesse – so das Ziel bis 2030 – sollen nun nach und nach substituiert oder derart umgestaltet werden, dass keine fossilen Energieträger mehr verbrannt werden. Dazu startete das Unternehmen in 2023 gemeinsam mit einem externen Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines Transformationskonzeptes für die Standorte Münster und Nordwalde, in denen der größte Erdgasverbrauch der Hengst Gruppe zu verzeichnen ist. Mit einem holistischen Ansatz werden hier die relevanten Energieströme analysiert und Zielpfade erarbeitet, die unterschiedliche Bausteine wie Abwärmenutzung, energetische Sanierung und Elektrifizierung enthalten können. Da Abwärme nicht immer im geeigneten Temperaturbereich vorliegt, werden bei Hengst Wärmepumpen voraussichtlich noch mehr zum Einsatz kommen. „Das Transformationskonzept soll uns als Investitionsfahrplan dienen und dazu führen, die Transformation möglichst kosteneffizient umzusetzen“, erläutert Thomas Hülsdau. Mit den Erkenntnissen aus Münster und Nordwalde sollen dann auch für die weiteren Hengst Standorte vergleichbare Transformationskonzepte erarbeitet werden.

WESt-Geschäftsführer Christian Holterhues wies abschließend darauf hin, dass es im Bereich Energie und Nachhaltigkeit verschiedene attraktive Förderprogramme gibt. Unternehmen können sich diesbezüglich gerne an die WESt (Tel. 02551 – 69 2700) oder an die Initiative TRAIN (Tel. 02551 – 962640) wenden.

 

#Chefsache ist ein gemeinsames Veranstaltungsformat der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH (WESt) und der Initiative TRAIN – Transfer – Innovation – Steinfurt. „Ideen für den Erfolg von morgen“ lautet das Prinzip. Ziel ist es, unternehmensrelevante (Zukunfts-)Themen in den Fokus zu rücken und darüber gemeinsam in den Austausch zu kommen.

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