Veränderte Arbeitswelten – Impulse für die Personalarbeit

veröffentlicht am 8. Juli, 2019
DSC_0110

Die Arbeitswelt verändert sich, und darauf müssen Arbeitgeber reagieren. Wie das aussehen kann, war Thema unserer Veranstaltung am 4. Juli in Emsdetten. Gut 100 Unternehmensvertreter unserer regionalen Wirtschaft informierten sich. Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt) in Kooperation mit der Initiative Train – Transfer in Steinfurt.

„New Work decoded – Worauf sich Unternehmen wirklich einstellen müssen!“ – lautete das Thema des Keynote Speakers, Prof. Dr. Ralf Ziegenbein von der FH Münster. Prof. Ziegenbein informierte über die Arbeitswelt der Zukunft. „Neugier, Empathie und Kreativität sind Eigenschaften, die maßgeblich im Berufsleben entscheidend sein werden“, so der Hochschullehrer. „Und durch die Digitalisierung fallen sie noch stärker ins Gewicht. Routinetätigkeiten werden immer weniger Raum einnehmen. Roboter und Computer übernehmen zunehmend Aufgaben, die früher noch von Menschen erledigt wurden. Für letztere ändert sich also das Betätigungsfeld. Das führt dazu, dass Teamarbeit mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, eigenständiges Arbeiten wichtiger wird und neue Ideen den Mehrwert für das Unternehmen bringen. Kreativität und Empathie seien aber Fähigkeiten, die das Bildungssystem in Deutschland abtrainiere. Also sind die Arbeitnehmer von morgen eher schlecht gerüstet für die Aufgaben, die sie erwarten. Genau hier müssen sich Unternehmen engagieren und ihre Angestellten gezielt fördern. Lebenslanges Lernen und Voneinander Lernen sind unerlässlich, letzteres müssten Vorgesetzte vor allem erst einmal zulassen – ein Umdenken ist also auf allen Ebenen erforderlich.“ „ Oder gehen Sie noch einen Schritt weiter“, so Prof. Ziegenbein, „geben Sie ihren Auszubildenden ein Budget und lassen Sie ihnen freie Hand, damit innovative Produkte, Dienstleistungen oder Prozesslösungen zu entwickeln! Sie werden sich sicherlich (positiv) wundern“. Den Austausch der Mitarbeiter untereinander fördern, konstruktive Kritik zulassen, junge Menschen und Auszubildende in Entscheidungsprozesse einbinden – all diese Aspekte sind und werden immer wichtiger. Organisation und Führung werden sich einem weitreichenden Wandel unterziehen müssen, um den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden.

Change Management in der Praxis

Dominik Rössler ist Geschäftsführer der Hewing GmbH, ein mittelständisches Unternehmen in Ochtrup mit rd. 200 Mitarbeitern. Hewing produziert Rohre und hat sage und schreibe „3 Milliarden Meter Erfahrung“ (das ist 75 mal um die Erde). Das Ochtruper Unternehmen ist der größte PEXC Hersteller der Welt, ein echter Hidden Champion also! Dominik Rössler hat in seinem beruflichen Leben viel Erfahrung mit Veränderungsprozessen und eins ist sicher: Es braucht seine Zeit! Veränderungen müssen dem Mitarbeiter nutzen und der Mitarbeiter muss diesen Nutzen auch vermittelt bekommen und erkennen können. Ängste müssen ernst genommen und ausgeräumt werden.  Besonders wichtig sei eine positive Fehlerkultur. Fehler passieren und sind ein Bestandteil unseres Arbeitslebens. Bei einer falschen Signierung auf dem Rohr beispielsweise, gelte es zu eruieren, warum dies passierte: Stress, Anweisung nicht verstanden, etwas nicht gefunden, oder, oder. Es gilt das Prinzip fragen – zuhören – fragen und den Mitarbeiter „mitnehmen“. Ein weiterer besonders wichtiger Punkt ist das „miteinander Reden anstatt übereinander“. Probleme und Konflikte sollten direkt unter den Betroffenen ausgeräumt werden. Eine Kultur der Offenheit schaffe ein positiveres Betriebsklima und reduziere Stress.

Was geht häufig im Veränderungsprozess schief?

„Zu viel Perfektionismus, bei der Suche nach Lösungen ist oft ein Hinderungsgrund. Häufig reichen 80 %, die letzten 20 % kosten zu viel Energie“– so die Erfahrung des Geschäftsführers.  Und: „zu schnell, zu viel“ –  besser sei es, Änderungen Schritt für Schritt einzuführen und stets im Blick zu haben, was für die Mitarbeiter wichtig ist und eine Arbeitserleichterung bringt.

Dominik Rössler riet, sich ab und an folgende Fragen zu stellen:

  • Kennen Ihre Mitarbeiter ihren eigenen Handlungsspielraum?
  • Wissen Ihre Mitarbeiter genug, damit sie „schlaue“ Entscheidungen treffen können?
  • Was machen, wenn Ihre Mitarbeiter im Tunnel oder Labyrinth sind?
  • Konzentrieren Sie sich auf die Fehler oder lieber auf die Lösungen?
  • Können sich Ihre Mitarbeiter auf Sie und Ihre Kollegen verlassen?

Ideen und Impulse für die Personalarbeit

In einem anschließend von Birgit Neyer moderierten Talk präsentierten 3 Unternehmensvertreter interessante Beispiele, die sie im Rahmen ihrer Personalakquise ausprobiert oder erfolgreich umgesetzt haben:

  • Guerilla Marketing (BA.Unternehmensgruppe | Matthias Schiller)
  • Expressbewerbung FasTTrack (STF Gruppe, Dülmen | Stefan Feldmann)
  • oder auch ganz andere Wege und Methoden (Kremer Stahltechnik | Ansgar Kremer)

Alle Beispiele stießen auf reges Interesse und es gab zahlreiche Nachfragen aus dem Publikum.

Mitarbeiter finden und binden

Weitere Impulse und informative Neuigkeiten gab es in den Pitches „Mitarbeiter finden und binden“ . Mit dabei waren:

v.l.: zdi Zentrum Kreis Steinfurt (Linda Wichers), Studitemps/Jobmensa (Christopher Benning), onboarding@münsterland (Monika Leiking, Münsterland e.V.), Local X-perts (Andrea Rüter), Förderprogramme Bildungsscheck/Potentialberatung (Annerose Pott, WESt mbH), Jobcenter Kreis Steinfurt (Jürgen Düking, Kristina Kolvenbach), Angebote der FH & Förderprogramme (Stefan Adam, FH Münster), Echometer GmbH (Christian Heidemeyer), CSR Kompetenzzentrum Münsterland (Udo Westermann), Tooltime GmbH (Patrick Kleimeyer)

Alle Referenten und Akteure dieser informativen Veranstaltung standen anschließend im Ausstellungsbereich den Gästen für weitergehende Informationen und individuelle Fragen zur Verfügung – ein Angebot, welches die Gäste gut nutzten.

 

Teilen Sie den Artikel und empfehlen Sie diesen weiter!

Weitere Archivinhalte

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutzerklärung. Impressum

Zurück