Rückblick auf die Aktionswoche „Inklusion und Arbeit“: Vielfalt sichtbar machen, Chancen ermöglichen
Mit der Aktionswoche „Inklusion und Arbeit“ hat die WESt mbH gemeinsam mit zahlreichen Partnern ein starkes Zeichen für Teilhabe im Berufsleben gesetzt. Vom 7. bis 11. April 2025 stand der Kreis Steinfurt im Zeichen von Begegnung, Aufklärung und Zusammenarbeit – mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber aus der Region zusammenzubringen.
„Inklusion ist kein Sonderthema, sondern ein echter Gewinn für Unternehmen, Beschäftigte und die Gesellschaft. Unsere Aktionswoche hat gezeigt, wie vielfältig, praxisnah und bereichernd Inklusion sein kann – wenn man ihr Raum gibt“, so Christian Holterhues, Geschäftsführer der WESt mbH.
Praxisnahe Beispiele für gelungene Inklusion
Ein besonderes Highlight der Woche war die Aktion „Stuhlwechsel“: Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf, verbrachte einen Arbeitstag in den Ledder Werkstätten, während Werkstattbeschäftigter Leo Bennemann einen Tag lang Tischner im Arbeitsalltag begleitete. Der Perspektivwechsel bot wertvolle Einblicke und unterstrich die Bedeutung von Teilhabe auf Augenhöhe.
Im Rahmen der Veranstaltung „Neue Wege – Personalrecruiting anders gedacht“ tauschten sich über 100 Teilnehmende – darunter Unternehmen, Netzwerkpartner und Jobsuchende mit Behinderung – über Unterstützungsmöglichkeiten und Jobangebote aus. Veranstalter waren neben dem Jobcenter Kreis Steinfurt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA), die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) sowie die Fachstelle für Menschen mit Behinderung im Beruf des Kreises Steinfurt.
Begegnung schafft Verständnis
Eine ganze Reihe von Betriebserkundungen – etwa bei den Unternehmen Dyckhoff, Apetito, Wheelforce, dem bfw Rheine oder dem Gala-Betrieb Kowalski – ermöglichte Werkstattbeschäftigten der Caritas-Emstor-Werkstätten spannende Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder. In der umgekehrten Richtung erhielten auch Unternehmen bei Gegenbesuchen Eindrücke vom Werkstattalltag.
Ein weiterer Baustein war der Unternehmensdialog bei der Agentur für Arbeit Rheine, bei dem Betriebe wie AT Zweirad und die Rosen Apotheke praxisnah zeigten, wie Inklusion im Betrieb erfolgreich umgesetzt werden kann. Die Agentur stellte außerdem finanzielle und technische Fördermöglichkeiten für Unternehmen vor.
Fokus auf digitale Teilhabe und strukturelle Hürden
Auch zwei Online-Veranstaltungen der WESt mbH stießen auf großes Interesse:
Im Webinar zur digitalen Barrierefreiheit informierten Dietmar Schäffer (GSP Software) und Verena Nienhaus (Create Oceans) über das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das ab dem 28. Juni 2025 verbindlich wird. Unternehmen, die digitale Dienstleistungen für Verbraucher anbieten, müssen künftig barrierefreie Webseiten und Anwendungen bereitstellen – nicht nur um gesetzlichen Anforderungen zu genügen, sondern auch um neue Zielgruppen zu erreichen.
Der Online-Vortrag „Verrückt nach Arbeit“ von Stefan Wilke, Geschäftsführer der QuikStep GmbH und selbst blind, rundete die Woche eindrucksvoll ab. Wilke berichtete von seinen Erfahrungen in einem Unternehmen mit 93 % Beschäftigungsquote für Menschen mit Behinderung – und machte deutlich, wie wichtig Haltung, Kommunikation und verlässliche Strukturen für eine gelingende Inklusion sind.
Fazit der Aktionswoche:
Inklusion lebt vom Dialog, vom Mut zur Veränderung – und vom Vertrauen in die Fähigkeiten jedes Einzelnen. Die Aktionswoche hat gezeigt: Wenn Arbeitgeber bereit sind, neue Wege zu gehen, entstehen echte Chancen für Menschen mit Behinderung – und wertvolle Potenziale für die Arbeitswelt von morgen.

© Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf

© Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf

© Jobcenter Kreis Steinfurt

© Jobcenter Kreis Steinfurt

© Caritas Rheine

© Caritas Rheine

© Caritas Rheine

© Caritas Rheine

© Agentur für Arbeit Rheine
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