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Münsterlandweite Mobilfunkstudie

veröffentlicht am 23. September, 2020
Mobilfunk Logoleiste Auszug
Hintergründe, Halbzeitbilanz und weiterer Projektverlauf

Für das digital vernetzte und mobile Leben und Arbeiten ist eine effiziente Mobilfunkanbindung eine zentrale Voraussetzung. Leider entspricht die Versorgungslage in manchen Bereichen des Münsterlandes nicht den Ansprüchen der Bevölkerung und der hiesigen Unternehmen. Die Gründe für eine schlechte Telefon- oder Datenanbindung sind vielfältig und teilweise außerordentlich komplex. Die vier Münsterlandkreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie die Stadt Münster führen daher zusammen mit der FH Südwestfalen (Breitbandkompetenzzentrum NRW) eine Aufklärungskampagne für Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe in der Region durch. Die Erkenntnisse sollen ebenfalls Privatnutzern helfen. Das Projekt wird durch das Land NRW gefördert und hat eine Laufzeit von 21 Monaten.

Der Startschuss für das Projekt fiel Anfang August 2019. Nach der Durchführung einer Unternehmensbefragung bis Ende letzten Jahres, mit zahlreichen Rückmeldungen aus dem gesamten Münsterland, wurden anhand der von den Teilnehmern angegebenen Störpunkte, Messrouten geplant. Insgesamt wurden im Zeitraum von Februar bis September 2020 auf einer Strecke von über 1000 Kilometern ausführliche Messungen für die drei Netzbetreiber Telekom, Telefónica und Vodafone durchgeführt. Die Messrouten wurden so gewählt, dass sie zum großen Teilen durch ländlich geprägte und als kritisch bekannte Gebiete verliefen. Eine LTE-Basisversorgung für den Außenbereich war – je nach Betreiber – auf 90% – 98% der Fahrtstrecke zu verzeichnen. Im deutschlandweiten Vergleich liegt das Münsterland damit bereits über dem Durchschnitt.

Messequipment der FH Südwestfalen

Zusammen mit den Angaben zu Endgeräten, Tarifen und Nutzungsverhalten aus der Umfrage, lassen sich Rückschlüsse zu den Ursachen ziehen, die über eine bloße „Funklochproblematik“ hinausgehen.

Hinzu kommt, dass der Bau von neuen Mobilfunkstandorten meist ein langwieriger Prozess ist und nicht alle unterversorgten Bereiche für die Anbieter wirtschaftlich zu erschließen sind. Neben der generellen Schließung von Funklöchern – wo möglich – hat das Projekt daher insbesondere zum Ziel, zusätzlich alternative Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Versorgung herauszustellen und zu kommunizieren.

Die identifizierten Handlungsmöglichkeiten werden voraussichtlich viele verschiedene Akteure betreffen. Zum einen geht es um Maßnahmen, die auf Kundenseite möglich sind, um zu einer besseren Versorgung zu kommen. Hier fehlt häufig noch die notwendige Transparenz. Unklarheit herrscht nicht selten auch über die Zusammenhänge zwischen Anbieter-, Tarif- und Endgerätewahl. Genau diese Kenntnis ist aber entscheidend dafür, dass Kunden bedarfsgerechte Angebote auswählen können. Oftmals könnten schon niedrigschwellige Maßnahmen, wie ein Anbieter- oder Tarifwechsel Abhilfe leisten. Auf der anderen Seite wurden bereits Gespräche mit den Mobilfunkanbietern geführt, welche Bereitschaft zu einer weiteren engeren Zusammenarbeit gezeigt haben. Ziel ist es, einen gemeinsamen Prozess aufzusetzen, um zukünftig die Schließung von vereinzelt auftretenden Funklöchern möglichst unbürokratisch umzusetzen, indem u.a. die Zusammenarbeit zwischen Anbietern und öffentlicher Hand auf der operativen Ebene, gestärkt wird.

Auf der Grundlage der Messergebnisse sollen ggf. auch mit Unterstützung der Kommunen, Verbesserungen angestoßen werden.

Durch eine solche Gemeinschaftsoffensive auf Ebene des ganzen Münsterlandes, erhoffen sich die Projektpartner eine gute Ausgangsposition bei der weiteren Kommunikation mit den Anbietern und damit einhergehend eine Verbesserung der aktuellen Situation.

 

Für weitere Informationen zum Projekt können Interessierte sich an marie.klostermann@westmbh.de wenden.

 

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