Glasfaseranschluss für letzte Haushalte in Außenbereichen von Altenberge, Horstmar, Ochtrup und Steinfurt
Bund stellt Förderungen über 1,175 Millionen Euro in Aussicht
Eine Glasfaserversorgung bis in alle Haushalte, also 100 Prozent Glasfaser, ist das erklärte Ziel für den Kreis Steinfurt. „Dieses Ziel rückt für die Außenbereiche in Altenberge, Horstmar, Ochtrup und Steinfurt nun in greifbare Nähe“, freut sich Landrat Dr. Martin Sommer. Der Bund hat jetzt grünes Licht gegeben und Fördermittel für den Ausbau des Glasfasernetzes für 87 Adressen in den vier Kommunen in Aussicht gestellt, die bislang noch nicht mit schnellem Internet ausgestattet waren.
Den Hintergrund erläutert Ingmar Ebhardt, Gigabitkoordinator beim Kreis Steinfurt: „Wer bislang nahe an mit Glasfaser erschlossenen Ortskernen wohnte, für den galt die Versorgung über die Kupferleitungen der Telekom noch als so gut, dass ein geförderter Ausbau bislang nicht in Frage kam. Ein Investor, der die Erschließung auf eigene Rechnung übernimmt, fand sich aber auch nicht. Der Bedarf an schnellen Anschlüssen steigt jedoch stetig. Vor diesem Grund wird auch die Definition, was überhaupt „unterversorgt“ und damit förderfähig ist, regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst.“
Im jüngsten Förderaufruf zur so genannten Dunkelgrauen-Flecken-Förderung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) habe es erneut so eine Anpassung gegeben. Als unterversorgt gelte nunmehr, wer keine Perspektive auf einen Glasfaseranschluss ohne Fördermittel in den nächsten drei Jahren hat und mit weniger als 200 Mbit/s Download und Upload versorgt wird. Für Altenberge, Horstmar, Ochtrup und Steinfurt habe sich dadurch die Chance ergeben, auch die allerletzten Lücken zu schließen. Zwar müssten bis zur endgültigen Bewilligung noch einige Schritte erfolgen, so Ebhardt weiter. Doch sei die abschließende Zusage – wie die Erfahrungen aus der Vergangenheit gezeigt haben – sehr sicher.
Für Altenberge (3 Adressen), Horstmar (10 Adressen) und Ochtrup (11 Adressen) wurde ein gemeinsamer Antrag gestellt. Die über die Projektplattform geschätzten Gesamtkosten hierfür liegen bei 1.000.000 Euro. Für die Stadt Steinfurt mit 63 Adressen wurde ein eigener Antrag gestellt. Die geschätzten Kosten liegen hier bei 1,35 Millionen Euro. Von den Gesamtkosten für beide Projekte übernimmt der Bund 50 Prozent und hat vorerst 1.175.000 Euro eingeplant. Das Land wird sich im Rahmen der Kofinanzierung mit weiteren 30 Prozent bzw. 705.000 Euro beteiligen. 20 Prozent Eigenanteil tragen die Kommunen. Die genaue Höhe muss nun im Rahmen einer Ausschreibung ermittelt werden. „Diese wird im Februar erfolgen, darauf folgt eine Vergabe in der zweiten Jahreshälfte. Der Ausbaustart ist dann allerdings nicht mehr zwingend für 2024 zu erwarten“, gibt Breitbandprojektleiterin Anna Schulte einen Ausblick auf die zeitliche Planung.
Begleitet werden die Kommunen bei der Ausschreibung durch die Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt. Der Kreis Steinfurt hat wie auch schon bei den letzten Anträgen zur Versorgung der Gewerbegebiete die komplette Antragstellung und Abwicklung für die vier Kommunen übernommen.
Dabei war die Konkurrenz groß: „Obwohl das Förderprogramm mehrfach überzeichnet war, haben wir uns trotzdem mit den Anträgen für die vier Kommunen durchgesetzt“, freut sich Landrat Dr. Martin Sommer. „Wir haben dabei besonders von den hohen eigenwirtschaftlichen Ausbauaktivitäten in den Ortskernen profitiert. Damit haben wir sichergestellt, dass es Förderung bei uns nur dort gibt, wo sie auch wirklich gebraucht wird – nämlich im zersiedelten Außenbereich. Das wurde bei der Bewertung der Anträge positiv berücksichtigt und hat uns die entscheidenden Punkte gebracht.“
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