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Europaforum: „Populismus und Fake News“ im Kopernikus Gymnasium Rheine

veröffentlicht am 16. Oktober, 2018
Brauer

Über 130 Gäste waren der Einladung des Europe Direct Informationszentrums Steinfurt und der Europa-Union Kreisverband Steinfurt e.V. am Dienstagabend gefolgt und in die Europaschule Kopernikus-Gymnasium in Rheine gekommen, um über Populismus und Fake News zu diskutieren.

In ihren Grußworten betonten der Schulleiter des Kopernikus Gymnasiums Mark Bauer (rechts), und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Rheine, Udo Bonk, die Bedeutung des Themas für das Fortbestehen eines liberalen und geeinten Europas.

 

 

Mit einem kurzen Film zu den Römischen Verträgen und die Europäische Union als Friedensprojekt, begann die Leiterin des Europe Direct Informationszentrums Annerose Pott die Moderation und begrüße als Gast ganz herzlich den Ehrenvorsitzenden der Europa-Union Kreisverband Steinfurt und ehemaligen Schulleiter des Kopernikus-Gymnasiums Hubert Scharf.

Junge Menschen nutzen überwiegend Soziale Medien, haben aber mehr Vertrauen in klassische Medienformate

In einer interaktiven Live-Abstimmung per Smartphon aus welcher Quelle sie die Neuigkeiten aus aller Welt erfahren, gaben 65 Prozent der meist jugendlichen Teilnehmenden an: aus den sozialen Medien, 56 Prozent aus dem Fernsehen mit. Abgeschlagen mit 20 Prozent folgten die Tageszeiten und mit 18 Prozent das Radio.

Auf die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit landeten die Zeitungen mit 78 Prozent auf den Spitzenplatz, während die Sozialen Medien mit 9 Prozent das Schlusslicht bildeten. Aufgrund von begrenzten WLAN-Kapazitäten kam allerdings nur knapp die Hälfte des Publikums zum Zuge.

    

 

Impulsvortrag: „Populismus und Fake-News“

In ihrem Impulsvortrag zum Thema „Populismus und Fake-News“ verdeutlichte Dr. Sigrid Fretlöh aus dem Team Europe mit welchen Mitteln Populisten versuchten, Angst zu schüren und die Gesellschaft zu spalten „die Eliten da oben und wir da unten“. Populisten werten Menschen ab und bedienen Vorurteile. Auf komplexe Probleme gibt es einfache Antworten: „Die Fremden sind an allem Schuld“. Sie lehnen eine pluralistische Gesellschaft ab, in der unterschiedliche Interessen nebeneinander existieren und wer nicht für sie ist, ist gegen sie. Dabei setzen populistische Akteure in starkem Maße auf soziale Medien. Nicht selten werde dabei auf Lügen zurückgegriffen, wie Dr. Fretlöh an verschiedenen Beispielen der Brexit-Kampagne in Großbritannien illustrierte. Dabei greifen sie insbesondere das Mediengewerbe an und diffamieren sie als Lügenpresse, wenn nicht in ihrem Sinne berichtet wird.

 

Studie der Bertelmann-Stiftung

Eine Studie der Bertelmann-Stiftung zeige, dass vor allem gesellschaftlich Abgehängte anfällig für Populismus seien. Soziale gefühlte Ungerechtigkeit und Zukunftsängste sind ein Nährboden für Populismus. Das wirkungsvollste Mittel, um den „Verlockungen“ der Populisten zu widerstehen, sei – das habe die Forschung zum Thema gezeigt –Bildung. Denn während vor allem Menschen mit niedriger Bildung anfällig für populistische Äußerungen wären, sei dies bei Menschen mit hoher Bildung deutlich weniger der Fall.

Diskussion an Runden Tischen

Anschließend wurde an bunt gemischten Gruppentischen kontrovers über die Ursachen und die Erscheinungsformen von Populismus und Fake News gesprochen. Dabei ging es auch ganz konkret um Begegnungen mit Populismus und Fake News im Alltag und die Frage, wie man darauf reagieren kann. Ein Fazit: Einerseits sollte man immer wieder nachfragen, kritisch bleiben und Stellung beziehen – andererseits aber auch nicht gleich alle, die Probleme offen ansprechen, sofort als Populisten bezeichnen.

Mit einem Danke Schön an alle Akteure und den Aufruf, sich im nächsten Jahr am 26. Mai an der Europawahl zu beteiligen beendete die Moderatorin den Abend.

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