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Europa – Ich steh auf Dich

veröffentlicht am 13. Februar, 2020
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Was Europa ausmacht, erarbeiteten an die 150 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Borghorst und der Technischen Schulen des Kreises Steinfurt am 4. Februar 2020 im Martin-Luther-Haus in Steinfurt. Eingeladen hatte das Europe Direct Informationszentrum Steinfurt in Kooperation mit der Europa-Union Kreisverband Steinfurt.

„Man solle Europa nicht überidealisieren – es ist nicht perfekt“, so begann der Frank Burgdörfer seinen Vortrag zu den politischen Leitlinien der Europäischen Kommission mit dem Schwerpunkt Klimawandel. Frank Burgdörfer ist Geschäftsführer von polyspektiv in Berlin und Mitglied im TEAM EUROPE Rednerpool der Europäischen Kommission.

Die Europäische Union habe ihre Stärken und Schwächen. Aber im Gegensatz zu vielen Staaten in der Welt sei sie demokratisch, sozial orientiert und achte das Individuum. Das zeichne die europäische Lebensweise aus.

Mit der Europäischen Union hat sich der europäische Kontinent nach dem zweiten Weltkrieg eine neue politische Struktur erhalten, die es bis dahin nicht gab. Sie ermöglicht friedlichen Wettbewerb und bietet auch den Kleinsten und Schwächsten eine Mitsprache und Teilhabe. Das dokumentiere sich beispielweise im Europäischen Rat, wo alle Staats- und Regierungschefs der EU-Länder im Kreis auf gleicher Ebene sitzen und jeder das gleiche Rederecht hat. Gemeinsam legen sie die politische Agenda der EU fest.

Die EU ist die Chance gemeinsam etwas zu bewegen, was ein Staat in Europa alleine nicht lösen kann. Als Gemeinschaft wird Europa auf internationaler Ebene auch ernster genommen. Dabei liegt eine besondere Stärke der EU im Handel. Ihre Vertreter sind bestens vorbereitet und kennen den Verhandlungspartner. Die Außen- und Sicherheitspolitik dagegen lässt viel zu wünschen übrig. Die Posten sind sehr unbeliebt. Auch in der Flüchtlingskrise hat sich die EU nicht mit Ruhm bedeckt.

Mit ihrer Politik ist die EU in der Lage, Standards zu setzen und das nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Umwelt. Die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen hat den Klimaschutz zur oberen Priorität erhoben

Der Verbrauch in der EU ist im Durchschnitt doppelt so hoch wie die vorhandenen Ressourcen und in den USA fünfmal so hoch. Die Nutzung fossiler Brennstoffe führe zu einem hohen CO2 Ausstoß. Frank Burgdörfer zeigte sich aber optimistisch. Heute ist das Ozonloch – ein bestimmendes Umweltproblem in den 80er Jahren – durch vereinte Anstrengungen so klein wie nie. Und das Europa ein maßgebliches Vorbild sein kann, zeigt sich beispielweise bei der EU-Datenschutzgrundverordnung. Große Konzerne wie Amazon und Google nehmen sie sich zum Vorbild. Erfüllen sie die Voraussetzungen der EU, so sind sie sich sicher, werden sie in keinem anderen Land Probleme bekommen.

Nach dem Vortrag erhielten die Schülerinnen und Schüler, die in Gruppen bis zu acht Personen an einem Runden Tischen saßen, verschiedene Themen. Dabei war auch die Meinung der Schüler gefragt. Die Aufgaben sollten aus unterschiedlichen Blickwinkel bearbeitet werden. Was sind Stärken der EU/ wo liegen die Schwächen, was spricht dafür / was dagegen. Was ist möglich/ was nicht? Auf Tonpapier konnten Sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Dabei standen Ihnen Materialen wie, Stifte, Karten, Klebstoff usw. zur Verfügung.

Die Fragen orientierten sich an den politischen Leitlinien der Europäischen Kommission mit Schwerpunkt auf den Klimawandel. Müssen wir uns alle für die Bekämpfung des Klimawandels anstrengen? Worauf sind die jungen Menschen bereit zu verzichten und was zu verändern? Welche Maßnahmen ergreift die EU und wie erfolgsversprechend sind sie? Neben dem Binnenmarkt und die Ausrichtung auf das digitale Zeitalter wurde auch grundsätzliche Themen diskutiert. Warum die EU gegründet wurde? Was aus heutiger Sicht für die Staatengemeinschaft spricht? Für welche Werte die EU steht und ob sie den einzelnen Ländern unterschiedlich interpretiert werden? Welches Vertrauen die Bürgerinnen und Bürger in EU haben und wie lebendig die Demokratie in Europa ist- Die Fragepalette ging auch auf die Rolle ein, welche die EU auf der Weltbühne spielen soll und wie groß ihr Einfluss ist.

In einer Abschlussfrage, ob die europäische Zusammenarbeit Europa vor allem langsamer oder einflussreicher mach? Waren über 80 Prozent der Überzeugung, dass der Einfluss steige.

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