Die Arbeitswelt der Zukunft: ui! Rheine diskutiert Chancen und Risiken

veröffentlicht am 30. September, 2019
Podiumsdiskussion ui

Experten äußerten ihre Meinung zur Digitalisierung

Tecklenburg. Knapp 50 Unternehmerinnen und Unternehmer fanden sich am vergangenen Montag auf Haus Marck zusammen, um über die Digitalisierung und ihre Folgen für die Arbeitswelt zu sprechen im Rahmen einer intensiven Podiumsdiskussion. Eingeladen zu dem „Netzwerk-Talk“ hatte die Unternehmer-Initiative ui! Rheine.
Wie verändert sich die Arbeitswelt, wenn die Technologien sich weiterentwickeln? Was bedeutet Remote-Arbeit und wie wird die richtige Work-Life-Balance in der Zukunft aussehen? Mit diesen und weiteren Fragen rund um die Digitalisierung der Arbeitswelt beschäftigten sich fünf Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen: Innerhalb von 90 Sekunden beantworteten die Unternehmer Fragen zur „Arbeitswelt der Zukunft“.
Dagmar Schulte, verantwortlich für Zukunftskompetenz im Business, sieht die Digitalisierung als eine Entwicklung, vor der sich niemand verschließen kann: „Die Digitalisierung zieht sich konsequent durch alle Lebensbereiche – auch wenn es um den Job geht. Man sollte sich früh mit den Herausforderungen und Chancen beschäftigen, wenn man zukunftsorientiert arbeiten möchte.“
Birgit Neyer von der WESt deutet auf die Problematik der steigenden Anforderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer hin: „In zehn Jahren werden knapp 40 Prozent der Arbeitsplätze im Kreis Steinfurt entfallen“, so Neyer. „Es ist wichtig, sich schon heute mit dieser Problematik zu beschäftigen und sich auf den Wandel vorzubereiten.“
Der Digitalexperte Klaus Weßendorf brachte die Remote-Lösung ein, also den ortsungebundenen Arbeitsplatz, wies aber auch in dieser Hinsicht auf Aufgaben hin: „Selbstverständlich ergeben sich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer viele neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit, es gehört aber viel Disziplin dazu, wenn Remote-Lösungen tatsächlich funktionieren sollen.“
„Die Basis für die Zusammenarbeit bleibt dennoch die gleiche: Digitalisierung hin oder her, es geht in erster Linie um zwischenmenschliche Beziehungen, das gegenseitige Vertrauen, das nur durch Authentizität zu erreichen ist“, ergänzte Britta Löchte, die Unternehmen per Interview-Videos zu Fachkräften verhilft: „Nicht die Technologie, sondern der Mensch sollte nach wie vor im Mittelpunkt stehen.“ Andreas Brill vom AIW Unternehmensverband fügt hinzu: „Solche Arbeitsmodelle sind allerdings nur im Rahmen neuer Unternehmensmodelle möglich, die mit der Digitalisierung Hand in Hand gehen.“
Das Ergebnis der Diskussion: Digitalisierung bringt sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer zahlreiche Vorteile, aber auch einige Probleme mit sich. Da dieser Prozess allgegenwärtig und nicht mehr anzuhalten ist, sollte man den Entwicklungen der Arbeitswelt souverän gegenübertreten und sich mit Problemen und Schwierigkeiten aktiv auseinandersetzen. Auch wenn es Angst macht. „Was kommt nach der Angst? Keine Angst“, so Nina Eckhardt, die die Diskussion moderierte. „Wer versucht, sich diesen Entwicklungen zu entziehen, kann nur verlieren.“
Im Anschluss an die Diskussion konnten die Unternehmerinnen und Unternehmer sich in ihren Netzwerkrunden mit den Impulsen auseinandersetzen. „Erstaunlich, wie weit sich die meisten Unternehmen jetzt schon entwickelt haben!“, sagt Mareike Knue, ui!-Initiatorin. „Auch die traditionsgebundenen Unternehmen, die bereits seit Generationen bestehen, zeigen Zukunftsgeist.“
Das nächste ui!-Netzwerktreffen findet statt am 19. November – Infos und Tickets finden sich unter www.ui-rheine.de.

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