35. kreisweites Unternehmerfrühstück: Austausch zu beruflicher Inklusion von Menschen mit Behinderung

veröffentlicht am 23. April, 2024
Freuten sich über einen regen Austausch beim 35. Unternehmerfrühstück in der Betriebsstätte Riesenbeck bei den Ledder Werkstätten (v.l.): Andreas Laumann-Rojer, Leiter des Geschäftsfeldes Arbeit und Berufliche Bildung der Ledder Werkstätten, Frank Feldmann (IHK), Landrat Dr. Martin Sommer, Bürgermeister David Ostholthoff, Dr. Frank Plaßmeyer, Geschäftsführer der Ledder Werkstätten, WESt-Geschäftsführer Christian Holterhues und Dorothe Hünting-Boll (IHK). Fotos: WESt mbH
Freuten sich über einen regen Austausch beim 35. Unternehmerfrühstück in der Betriebsstätte Riesenbeck bei den Ledder Werkstätten (v.l.): Andreas Laumann-Rojer, Leiter des Geschäftsfeldes Arbeit und Berufliche Bildung der Ledder Werkstätten, Frank Feldmann (IHK), Landrat Dr. Martin Sommer, Bürgermeister David Ostholthoff, Dr. Frank Plaßmeyer, Geschäftsführer der Ledder Werkstätten, WESt-Geschäftsführer Christian Holterhues und Dorothe Hünting-Boll (IHK). Fotos: WESt mbH
Besuch bei den Ledder Werkstätten in Hörstel
Kreis Steinfurt/Hörstel. Einblicke in die Arbeit von und mit Menschen mit Behinderung ermöglichte das 35. kreisweite Unternehmerfrühstück den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei den Ledder Werkstätten in Hörstel. Im Fokus des Austauschs, zu dem die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt mbH) gemeinsam mit der IHK Nord Westfalen eingeladen hatte, stand neben der Inklusion von Menschen mit Behinderung in den regulären Arbeitsmarkt auch der aktuelle und künftige Fachkräftemangel.

„Menschen mit Behinderung fanden bislang zu wenig Berücksichtigung bei Unternehmen. Dabei ist die berufliche Inklusion von schwerbehinderten oder gleichgestellten Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt ein Menschenrecht“, betonte Landrat Dr. Martin Sommer in seiner Begrüßung. Damit bezog er sich auf die UN-Behindertenrechtskonvention, die seit 2009 in Deutschland gilt. Mit der Arbeitsgemeinschaft „Arbeit für Menschen mit Behinderung im Kreis Steinfurt“, die sich unter Leitung der WESt für mehr Teilhabe behinderter Menschen in der Region einsetzt, sei eine wichtige Grundlage zur Umsetzung des Abkommens gelegt. „Es braucht regionale Netzwerke wie das im Kreis Steinfurt, die Einstellungshemmnisse identifizieren und ihnen entgegenwirken. Denn letztlich wollen wir mehr Unternehmen ermutigen, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben und einzustellen“, betonte Sommer. Das unterstrich auch Frank Feldmann von der IHK.

Vor dem Hintergrund des Mangels an Fach- und Arbeitskräften, den der stellvertretende Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Steinfurt als „größtes Konjunkturrisiko“ bezeichnete, forderte er „nach Möglichkeit offene Stellen und Menschen mit Behinderung zusammenzubringen“.Im Rahmen des 35. Unternehmerfrühstücks wurde deutlich, wie diese Forderung im Arbeitsalltag umgesetzt werden kann. Der Besuch bei den Ledder Werkstätten – mit rund 1300 Beschäftigten und fast 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Kreis Steinfurt – ermöglichte einen Einblick in das Leben und Arbeiten in den zahlreichen Einrichtungen des Unternehmens.

Geschäftsführer Dr. Frank Plaßmeyer, Andreas Laumann-Rojer (Geschäftsfeldleitung Arbeit und Berufliche Bildung), Frank Niemeyer, Markus Aulkemeier (Arbeitsvorbereitung und Geschäftsbereichsleitung Arbeit) sowie Kornelia Eschhaus (Geschäftsbereichsleitung Berufliche Bildung) konkretisierten bei der Veranstaltung auch die Möglichkeiten, mit denen begleitete Übergänge auf den ersten Arbeitsmarkt umzusetzen sind.

„Wir sehen uns als Dienstleister an der Schnittstelle zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung in einem Unternehmen wird von uns langfristig vorbereitet, begleitet und unterstützt. Es ist uns wichtig, die Menschen langsam an ein Arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt heranzuführen“, betonte Kornelia Eschhaus. Dies geschehe über Praktika, geförderte Ausbildungsplätze und Außenarbeitsgruppen. Aktuell würden rund 80 Beschäftigte auf Außenarbeitsplätzen oder in Außenarbeitsgruppen begleitet. Für Unternehmen existierten dabei zahlreiche finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten. „Dabei ist viel Netzwerkarbeit nötig“, unterstrich Eschhaus. Ein Auftrag, zu dem das 35. kreisweite Unternehmerfrühstück einen wichtigen Beitrag leisten konnte.

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